ESS-Erlebnis: Vendôme im Grandhotel Schloss Bensberg

Fantastischer Maibockrücken, wunderbar zart.

In traumhafter Lage auf Schloss Bensberg, romantisch gelegen in der Kölner Bucht mit Blick auf den Kölner Dom, befindet sich das Restaurant „Vendôme“ von Joachim Wissler.

In den vergangenen Tagen von „World’s 50 Best Restaurants“ zu einer der besten 10 Restaurants weltweit gekürt (Platz 10), scharen sich die Gourmets aus aller Herrn Länder um das Vendome.

Froh und glücklich einen Termin zu bekommen, haben wir das 3-Sterne Restaurant Vendôme besucht und uns einen ganz eigenen Eindruck von der Kochkunst des Joachim Wissler gemacht.

Das Lunchmenü im Vendome ist nichts für eilige Geschäftsleute, die ihr Essen in der knappen Mittagspause herunterschlingen müssen, sondern etwas für ausdauernde Genießer, mit viel Zeit. Wir haben uns diese Zeit gern genommen und vier Stundenlang bestens gespeist.

Doch vorab über den deutschen Spitzenkoch Joachim Wissler einige interessante Fakten:

  • 1994: Aufsteiger des Jahres (Der Feinschmecker)
  • 2001: Restaurant des Jahres (Der Feinschmecker)
  • 2003: Koch des Jahres (Gault Millau)
  • 2004: Koch des Jahres (Der Feinschmecker)
  • 2008: Bester Koch Deutschlands
  • 2012: „Koch der Köche“

Seine Erfolge und Punkte lassen sich wie folgt beeindruckend zusammenfassen:

  • 3 Sterne im Guide Michelin (Guide Rouge)
  • 19,5 Punkte und vier Hauben im Gault-Millau
  • 5 Punkte in der Gourmetzeitschrift Der Feinschmecker
  • 5 Kochlöffel im Schlemmer Atlas

Darüber hinaus dokumentiert ein wunderbar gestaltetes Kochbuch mit 120 Gerichten und Rezepten seinen Erfolg. Weil jedes dieser Gerichte aus mehreren Komponenten besteht, summiert sich die Zahl der Rezepte auf rund 500.

Das Restaurant Vendôme:

Betritt der Gourmet das Restaurant, eilt sofort ein Angestellter herbei, der den hungrigen Gast empfängt und begrüßt. Kaum ist die Jacke abgenommen, kann ein Blick direkt in die Küche hinein erhascht werden. Das Restaurant ist dezent und dennoch stilvoll-elegant eingerichtet, die Sessel bequem und drehbar.

Silberbesteck und klare Kristallgläser runden die Gestaltung des Tisches neben einer wundervollen Blüte im Glas ab. Die musikalische Begleitung ist eher vom Typ „Chillout“ und nicht störend laut, wie uns in einigen anderen Restaurants negativ aufgefallen ist.

Netter und zuvorkommender Service

Das Lunchmenü im Vendôme:

Vorab gab es ein sehr feines Tatar vom Rind, welches mit etwas Kaviar und etwas Creme versehen war. Die Unterlage aus knusprigem Teig harmonierte fantastisch zu den anderen Zutaten und gab diesen unterschiedlichen Texturen halt. Eine gelungene Einstimmung in das Menü, auch farblich toll präsentiert.

Tatar mit Kaviar nach Joachim Wissler

Als Amuse kommt ein Kalbskopf mit Kapernaioli, Ei und einer Merrettichvinaigrette. Der Kalbskopf ist ganz wunderbar gegart und sehr kräftig aromatisch. Dazu passt glänzend das Aioli, welches durch eine leichte Senfnote glänzt und einer nicht dominanten Kapernnote. Die Vinaigrette gab dem Kalbskopf eine leichte Säure, den Meerrettich schmeckte man eher im Abgang, jedoch nicht störend. Insgesamt eine wunderbar runde Kombination, die wie ein kleines Gemälde auf dem Teller angerichtet war.

Kalbskopf nach Joachim Wissler

Sodann folgte die Langoustine mit Muskatkürbis und Ingwerbier-Vinaigrette. Hervorzuheben ist bei diesem Gericht vor allem der fantastische Garpunkt der Langoustine, welche nur sehr fein angegrillt wurde. Die Grillaromen sind fein und passen perfekt mit der Vinaigrette zusammen. Die Variation vom Kürbis erinnert mich an ein altes deutsches Rezept „Aus Omas Kochbuch“, so wurde es früher schon zubereitet.  Dennoch ein sehr kreatives Gericht, vor allem die Vinaigrette mit dem Anklang von Bier war fantastisch.

Langoustine mit Kürbis

Es folgte eine Gillardeau-Auster mit Zitronellbutter. Die Austern waren wahre Prachtstücke, schön groß gewachsen und perfekt lauwarm serviert. Unter den Austern befand sich ein aromatischer Spinat, der das Aroma der Auster fantastisch unterstützte. Die Butter hatte ein elegantes Säurespiel – insgesamt perfekt gelungen!

Gillardeau-Austern mit Zitronellbutter

Nun folgte ein weiteres Fischgericht, eine Rotbarbe im Safran-Paella Sud mit geräuchertem Bomba-Arroz. Die Rotbarbe war perfekt glasig gebraten, der Reis wunderbar knackig und in Harmonie mit dem Safransud, der wirklich sehr dicht und Vollaromatisch war.

Rotbarbe, perfekt und noch glasig gegart

Von der Rotbarbe zum Maibockrücken mit Gänseleber-Mandarinen-Dressing. Der Bock war wunderbar zart und fantastisch gebraten. Das Püree, sowie das intensive Aroma der Gänseleber unterstützten den Maibock grandios.

Fantastischer Maibockrücken, wunderbar zart.

Jetzt folgten die Desserts, angefangen mit einem Käsekuchensouffle mit Mürbeteig und Trauben, gefolgt von Macarons mit Rose und Himbeere. Hinzu kommt eine ganze Auswahl an Pralinen und eine Pina-Colada Variation sowie ergänzend ein Magnum Eis in der Version: Vanille. Abgerundet wurden die Desserts sodann von Cupcakes mit Brombeere und einem grandiosen Gelee aus Aprikose und Safran.

Käsekuchensouffle mit Mürbeteigeis und Trauben

Käsekuchensouffle mit Mürbeteigeis und Trauben

Mürbeteigeis

Mürbeteigeis

Macarons mit Rose und Himbeere

Macarons mit Rose und Himbeere

Große Auswahl an Pralinen:

Große Auswahl an Pralinen

Eine Pina-Colada Variation

Eine Pina-Colada Variation

Magnum Eis in der Version: Vanille

Magnum Eis in der Version: Vanille

Cupcakes mit Brombeere und Gelee

Cupcakes mit Brombeere

Die dazu gehörenden Weine waren ihrerseits Solitäre, eher kleine Weingüter mit jedoch herausragenden Weinen die ganz wunderbar zum Menü harmonierten.

Mit diesem eleganten und zugleich kreativen Stil, perfekter Garpunkte der Produkte und innovativen Techniken, ist es Joachim Wissler gelungen in Bergisch Gladbach ein Unikum zu installieren – einem Mekka für Gourmets.

Wir freuen uns bereits auf einen zukünftigen Besuch!