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Gourmet-BlogBordeaux

La Dame de l’Hospital Graves 2021: Ein Bio-Rotwein zwischen Schlossarchitektur und Kiesterrasse

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La Dame de l’Hospital Graves 2021 ist ein biozertifizierter Rotwein aus Portets in der Bordeaux-Appellation Graves. Das Rückenetikett nennt 90 % Merlot Noir, 10 % Cabernet Sauvignon und 13 % vol. Ich kaufte und verkostete die Flasche im November 2026 in Bangkok; dazu reichte ich einen in Thailand hergestellten Camembert als Aperitif.

La Dame de l’Hospital Graves 2021, Bio-Rotwein aus Graves
La Dame de l’Hospital Graves 2021 – ein Bio-Graves aus Portets.

Warum ich mir den Wein genauer angesehen habe

Auf dem cremefarbenen Etikett steht die terrakottafarbene Zeichnung einer antikisierenden Frauengestalt mit Krug. Dazu kommen Name, Appellation, Jahrgang und das grüne AB-Siegel für ökologischen Landbau. Ich habe die Flasche aus drei Gründen genauer angesehen: wegen der Herkunft, des Jahrgangs und des Preises.

Graves: Kies, Terrassen und Merlot

Der Name ist wörtlich zu nehmen. Das französische graves bedeutet Kies. Die Garonne hat in den Kaltzeiten große Mengen Schotter aus den Pyrenäen und dem Zentralmassiv herangetragen und in Terrassen abgelagert.

Auf diesen durchlässigen Böden gedeihen Reben besonders gut:

  • Der Kies leitet Wasser rasch ab.
  • Er speichert tagsüber Wärme und gibt sie nachts wieder ab.
  • Die Wurzeln müssen tief gehen, die Erträge bleiben moderat.

Portets liegt am linken Garonne-Ufer in der Appellation Graves selbst, außerhalb des 1987 abgetrennten Pessac-Léognan. Der Boden ist hier ein Gemisch aus Kies, Sand und Ton. Der Ton hält Wasser zurück, und davon profitiert der durstige Merlot. Darum gelingt er hier besser, als es der Ruf der Region als Heimat des Cabernet vermuten ließe.

Château de l’Hospital: Schlossgeschichte und Bio-Pionier

1782 heiratete der königliche Rat Jean-Jacques Fournier de la Chapelle Catherine de l’Hospital. Fünf Jahre später ließ er das heutige Schloss errichten und benannte es nach seiner Frau. Als Baumeister gewann er Victor Louis, den Architekten des Grand-Théâtre de Bordeaux. Das Ensemble steht heute als Monument historique unter Schutz.

Die Familie Battistella übernahm das Anwesen 2012; die Restaurierung des Schlosses dauerte sieben Jahre. Auf der Flasche dieses Jahrgangs belegen das französische AB-Zeichen und das EU-Bio-Logo die ökologische Zertifizierung. Die Bezeichnung als „erstes Bio-Weingut der Graves“ und das genaue Zertifizierungsjahr werden in den verfügbaren Angaben nicht einheitlich geführt; diese Rang- und Datumsbehauptung lasse ich deshalb offen.

Der Jahrgang 2021 in Bordeaux

Der Jahrgang 2021 stellte Bordeaux mit Frühjahrsfrost und hohem Pilzdruck vor Herausforderungen; die feuchte erste Saisonhälfte verlangte im Weinberg besondere Aufmerksamkeit. Spätsommer und Lese verliefen je nach Lage unterschiedlich. Das Ergebnis ist entsprechend nicht pauschal zu lesen: Sorgfältige Selektion und der Erntezeitpunkt waren entscheidend.

Im Glas wirkt dieser 2021er auf mich frischer und weniger üppig als viele warme Bordeaux-Jahrgänge. Seine klare Frucht und lebendige Säure geben ihm Kontur; das reife, maßvolle Tannin macht ihn schon jetzt zugänglich. Das ist meine Verkostung dieser Flasche, keine pauschale Aussage über den gesamten Jahrgang.

Cuvée und Ausbau

Auf dem Rückenetikett meiner Flasche ist die Cuvée eindeutig ausgewiesen: 90 % Merlot Noir und 10 % Cabernet Sauvignon. Damit sind abweichende Händlerangaben zum Verschnitt, etwa 70/30, für genau diese Flasche nicht maßgeblich. Der Merlot prägt den fruchtigen Kern, während der Cabernet Sauvignon Struktur und würzige Kontur beisteuert.

Zum Ausbau des Jahrgangs 2021 macht das Flaschenetikett keine Angaben. Auf eine präzise Behauptung zu Maischestandzeit, Gärtemperatur oder Holzreife verzichte ich daher. Im Glas zeigt sich der Wein fruchtbetont, frisch und von maßvollem Tannin getragen – das ist die verlässliche Grundlage meiner Einordnung.

Verkostungsnotiz: La Dame de l’Hospital Graves 2021

Die Notiz kombiniert die Angaben des Guts mit meiner Einschätzung des Stils. Sie ersetzt keine eigene Verkostung.

Farbe: Tiefes Rubin mit violetten, am Rand leicht rosafarbenen Reflexen.

Nase: Dunkle Früchte und Steinobst, Pflaume und schwarze Kirsche, dazu etwas Sauerkirsche. Mit Luft zeigen sich Würznoten, die das Gut als getrocknetes Fleisch und Szechuan-Pfeffer beschreibt. In kühlen Jahren können vegetabile Nuancen durch Methoxypyrazine auftreten, sie sollten hier dezent bleiben.

Gaumen: Trocken und mittelgewichtig, mit saftiger dunkler Frucht, frischer Säure und reifem, maßvollem Tannin. Das Rückenetikett weist 13 % vol. aus. Der Abgang bleibt mittellang, würzig und angenehm fruchtig.

Wertung: Ich sehe den Wein bei etwa 87 bis 88 von 100 Punkten. Das ist meine eigene Einschätzung, keine Fremdwertung.

Serviertemperatur und passende Speisen

Serviert bei 16 bis 17 °C und nach 20 bis 30 Minuten Belüftung kommt die Frucht am besten zur Geltung. Passende Gerichte:

  • Entenbrust mit Kirschjus
  • Lamm in Kräuterkruste
  • Confit de canard mit Sarladaise-Kartoffeln
  • Pilzterrine als vegetarische Variante
  • gereifter Comté oder Ziegenkäse

Zu sehr kräftig gewürzten oder besonders fettreichen Speisen würde ich den Wein nicht zuerst wählen; seine feinere Art kommt neben aromatischer, aber nicht dominanter Küche besser zur Geltung.

Thailand-Tipp für Genießer: Camembert als Aperitif

Zu dieser Graves-Flasche habe ich einen in Thailand hergestellten Camembert gereicht – eine reizvolle Begegnung von Bordeaux und thailändischer Käsekunst. Die Verpackung weist auf handwerkliche Herstellung in Thailand und Kuhmilch hin; das Etikett scheint den Käse zugleich als Weichkäse im Brie-Stil zu bezeichnen. Ich beschreibe ihn deshalb als lokalen Käse im Camembert-/Brie-Stil, ohne eine französische Herkunft zu suggerieren. Seine cremige Textur bildet einen reizvollen Kontrast zur frischen Säure und dunklen Frucht des Weins. Als Aperitif serviere ich ihn leicht temperiert, mit neutralem Brot oder Baguette. Für Besucher und Feinschmecker ist die Suche nach lokal erzeugtem Käse ein lohnender Genussabstecher – gerade in Bangkok und Chiang Mai lohnt der Blick in gut sortierte Käsetheken und auf die Herkunftsangabe.

Glas Graves-Rotwein und in Thailand hergestellter Camembert als Aperitif
Thai-Camembert im Brie-Stil als Aperitif zur Graves 2021.
Verpackter, in Thailand hergestellter Camembert auf heller Fläche
Ein handwerklich hergestellter Weichkäse aus Thailand.

Trinkfenster

Ich habe die Flasche im November 2026 geöffnet; zu diesem Zeitpunkt zeigte sie sich zugänglich und frisch, ohne dass eine weitere Lagerung nötig gewesen wäre. Meine Empfehlung lautet deshalb: jetzt mit Genuss trinken. Eine längere Reifeprognose lässt sich aus dieser einzelnen Verkostung nicht seriös ableiten.

Preis und Einordnung

Ich kaufte die Flasche im November 2026 im Central Department Store bei TOPS Wine Cellar in Bangkok und zahlte 650 Baht. Das Rückenetikett nennt S.C. Bangkok Marketing Co., Ltd. als Importeur. Der Preis ist meine konkrete Momentaufnahme; Sortiment und Preise können sich ändern. Für einen biozertifizierten Graves aus Portets ist die Flasche in Bangkok ein bemerkenswerter Fund und ein stimmiger Anlass, auch nach handwerklich erzeugtem Käse aus Thailand Ausschau zu halten.

Häufige Fragen zu La Dame de l’Hospital

Welche Rebsorten enthält La Dame de l’Hospital Graves 2021?

Das Rückenetikett meiner Flasche nennt 90 % Merlot Noir und 10 % Cabernet Sauvignon.

Ist La Dame de l’Hospital ein Bio-Wein?

Ja. Das Château de l’Hospital ist zertifiziert ökologisch, erkennbar am AB-Siegel auf dem Etikett.

Wann sollte man La Dame de l’Hospital Graves 2021 trinken?

Meine im November 2026 verkostete Flasche war bereits zugänglich. Ich würde sie jetzt genießen; eine längere Lagerprognose ist aus dieser Einzelverkostung nicht abzuleiten.

Was passt zu La Dame de l’Hospital Graves 2021?

Zu meiner Verkostung im November 2026 reichte ich einen in Thailand hergestellten Camembert. Die Verpackung scheint ihn als Weichkäse im Brie-Stil auszuweisen; als Aperitif war er ein cremiger, spannender Kontrapunkt zur frischen Säure des Weins. Auch Entenbrust, Lamm und Pilzgerichte passen gut.

Wie viel Alkohol hat La Dame de l’Hospital Graves 2021?

Das Rückenetikett weist 13 % vol. aus.

Wo wurde die Flasche in Bangkok gekauft und was kostete sie?

Ich kaufte sie im November 2026 im Central Department Store bei TOPS Wine Cellar für 650 Baht.

Fazit

La Dame de l’Hospital Graves 2021 will nicht um Aufmerksamkeit buhlen. Der Wein zeigt, was die Graves jenseits der Prestigeetiketten leisten, wenn Boden, Rebsorte und Jahrgang zusammenspielen. Wer klassischen Bordeaux in frischer, fruchtbetonter Ausprägung sucht, wird hier fündig.

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