Wandern auf der Insel Usedom – Strandwandern von Trassenheide nach Ückeritz

Strand auf der Insel Usedom - Im Sommer wie im Winter ein Erlebnis

Strand auf der Insel Usedom – Im Sommer wie im Winter ein Erlebnis

Wandern auf Usedom – Strandwandern von Trassenheide nach Ückeritz: Während es die Einen um den Jahreswechsel in die Ski-Gebiete zieht, die dieses Jahr ja nicht mit Schneemassen, sondern eher mit Schnee aus Kanonen gesegnet sind, zieht es Andere an die Küsten Deutschlands, um den Jahreswechsel zu begehen. Die Autobahnen sind verstopft und Hotels freuen sich über den sprunghaften Buchungsanstieg im Osten wie auch im Westen der Küstengebiete.

Ich habe in diesem Jahr die Insel Usedom besucht und muss sagen, in den letzten 10 Jahren hat sich in Sachen Infrastruktur, Hotellerie und Restaurationen eine Menge getan. So lässt sich bei gutem Wetter auch vortrefflich Wandern und das am besten ganz nah, wenn nicht direkt – am Strand entlang. Das mit über 400 Kilometern ausgebaute Wandernetz ist bestens ausgeschildert und die Wege mit oder auch ohne den eigenen Pkw, gut zu erreichen. So haben wir uns für eine Rundwanderung vom Ostseebad Trassenheide bis nach Ückeritz entschieden und sind mit wundervoller Natur, toller Seeluft und jede Menge guter Bilder entschädigt worden. Der Rundweg startet am Bahnhof von Trassenheide und führt den ersten Kilometer über eine Zubringerstraße an den Strand. Hier kann je nach Windrichtung und Stärke entschieden werden, ob die erste Strecke eher am Strand oder im Wald zurück gelegt werden soll. Je nach Windrichtung kann dieser gerade im Winter unnachgiebig kalt sein, sodass die Waldstrecke eine angenehme und ruhige Alternative bietet.

Wandern auf der Insel Usedom - Strandwandern von Trassenheide nach Ückeritz

Wandern auf der Insel Usedom – Strandwandern von Trassenheide nach Ückeritz

Wandern auf Usedom: Der Start – Das Ostseebad Trassenheide

Trassenheide ist eines der kleinsten Ostseebäder auf Usedom. Bis zum 18. Jahrhundert in eine interessante Geschichte getauft, hieß das Ostseebad noch ganz unspektakulär „Hammelstall“. Dies fand man schon damals wenig touristisch und entschied sich für eine Umbenennung. Doch wie kamen die Einwohner nun auf den Namen Trassenheide? Dieser Name wurde zu Ehren des im dortigen Moor versunkenen Försters „Trassen“ benannt. Der Name war das Vorbild für die nun folgende Namensgebung des Ortes Hammelstall. Dort wo jetzt die Promenade ist, befand sich 1880 die Hammelstaller Bootsstelle. 1908 beantragte die Kolonie Hammelstall folglich den Namen „Trassenheide“. Es liegt zwischen Zinnowitz, etwa 3 Kilometer entfernt und Karlshagen. Die Gemeinde ist auch mit der Usedomer Bäderbahn (Bahnhof Trassenheide an der Strecke Wolgaster Fähre–Heringsdorf sowie Haltepunkt Trassenmoor an der Strecke Zinnowitz–Peenemünde) zu erreichen. In Trassenheide gibt es kleinere Hotels, aber auch viele Ferienwohnungen – die das kleine Ostseebad attraktiv machen. Neben den nicht zu übersehenden Fischrestaurants, gibt es kleinere Sehenswürdigkeiten: Schmetterlingsfarm, größte Schmetterlingsfarm Europas mit einer Fläche von 5000 m²; Haus auf dem Kopf (Die Welt steht Kopf); Abenteuer Minigolf „Piraten der Ostsee“; Wild Life Usedom (Mai bis Oktober); Usedom Park – Kinderland Trassenheide; Promenade an der Ostsee; Mahn- und Gedenkstätte Karlshagen. Von hier geht der erste Abschnitt bis zum Ostseebad Zinnowitz, etwa 3 Kilometer.

Zwischenstation in Zinnowitz – Ein belebter Ferienort

Angekommen im Ostseebad Zinnowitz, schaut der Wanderer sogleich vom Strand auf den nicht zu übersehenden Komplex des Baltic Hotels, einem der mit 332 Zimmern & Suiten größeren Hotels der Region mit eigener Schwimmhalle, mehreren Saunen und einem großen Wellnessbereich – auch zugänglich für „Nichtgäste“. Zinnowitz ist sowohl im Sommer wie auch im Winter ein beliebtes und stets lebendiges Ostseebad, es gibt einige Einkaufsmöglichkeiten, diverse Restaurants die bestimmt einen Blick Wert sind und einiges an Kulturangeboten. Zinnowitz liegt im Norden Usedoms am nördlichen Ende einer etwa ein bis zwei Kilometer breiten Landzunge zwischen Achterwasser und Pommerscher Bucht. Geschichtlich geht der Name Zinnowitz auf den Namen „Zitz“ (gedeutet als „Heu“) zurück. Nach dem Frieden von Stockholm kam die Domäne Sitz sodann im Jahre 1720 in preußische Hände und wurde 1751 im Zuge der Neugestaltung der königlichen Domäne in Zinnowitz umbenannt. 1756 entstand das zugehörige Domänenhaus, das heute älteste Gebäude von Zinnowitz. Anders als Trassenheide besitzt das Ostseebad Zinnowitz eine Seebrücke, die seit dem Jahr 2006 eine Tauchgondel an deren Ende ziert. Zu den sehenswerten Dingen des Ostseebades gehören: Die landschaftlich gestaltete Strandpromenade; die „Konzertmuschel“ genannte Freiluftbühne sowie mehrere restaurierte Villen in Bäderarchitektur. Die Seebrücke Zinnowitz mit Tauchgondel. Das Heimatmuseum Zinnowitz. Das Usedomer Kunsthaus Villa Meyer, seit 2002 wechselnde Ausstellungen und Galeriekonzerte. Das Theater „Blechbüchse“. Die Ostseebühne Zinnowitz mit 1300 Sitzplätzen.

Seebrücken der Seebäder - Ort mit Aussicht

Seebrücken der Seebäder – Ort mit Aussicht

Von Zinnowitz nach Zempin – Immer am Strand entlang

Vom Baltic Hotel in Zinnowitz, geht es direkt über die Strandpromenade oder wer die Strand-Route nimmt unter der Seebrücke weiter durch das Ostseebad zum Ortsausgang in Richtung Zempin. Rechterhand befindet sich ein größerer, in die Dünenlandschaft eingebundener Campingplatz, gesäumt von großen Kiefern und Laubbäumen. In etwa 3-4 Kilometer erreichen wir Zempin. Zempin ist das kleinste Seebad auf Usedom. Es liegt zwischen Zinnowitz und Koserow an der engsten Stelle zwischen Ostsee und Achterwasser und ist so gar nicht das, was man im 15. Jahrhundert mit dem Namen verband. 1589 als „Zempynn“ erstmals erwähnt worden, wird der slawische Name als „trübe“ oder „finster“ gedeutet. Heute eher ein kleines Seebad mit vielen Fischerhütten am Ortsrand, in die sich prima einkehren lässt und das ortsbekannte Fischbrötchen in bester Qualität verspeisen lässt. Bei dem Durchgang durch Zempin fällt uns folgend Sehenswertes auf: Zempiner Salzhütten am Zugang zum Strand in den Dünen, eine datiert 1882; Insgesamt etwa 50 Reetdachhäuser in mehreren Dorfstraßen; Die große Eiche am Anglerhafen des Achterwassers; Stammumfang etwa 4,5 Meter, rund 350 Jahre alt; Am Ortsausgang: Lüttenort, ehemaliges Wohnhaus (heute kleines Museum mit Skulpturen-Garten) des Malers Otto Niemeyer-Holstein.

Von Zempin über Koserow nach Ückeritz

Weiter geht es sodann nach Koserow, einem weiteren Ort als Zwischenziel nach Ückeritz. Auf dieser Strecke gibt es einige kleine Imbissbuden wo es besten Fisch gibt und sich Sommer wie Winter prima ein Happen zu sich nehmen lässt. Im Winter ein Glühwein der das Herz erwärmt, im Sommer ein kühles Bier auf halber Strecke, so lässt sich angenehm Wandern. Koserow selbst liegt an der schmalsten Stelle der Landenge zwischen Nord- und Süd-Usedom. Der größte Teil der Küste von Koserow ist Steilküste, mit dem Streckelsberg als höchstem Punkt – der begehbar ist. Seit 1993 verfügt die Gemeinde wieder über eine neue Seebrücke mit einem ausgebauten Promenadenplatz. Im selben Jahr erhielt Koserow den Titel „Staatlich anerkanntes Seebad“. Die denkmalgeschützten Salzhütten wurden für den Tourismus (Gaststätten, Geschäfte usw.) hergerichtet. Bis Ückeritz ist es jetzt noch ein bisschen weiter als die vorhergehenden Stationen, der Weg führt entweder an der Steilküste über einen langen Strandabschnitt entlang, oder aber durch einen Wald, dem Streckelsberg und einer längeren Strecke durch landschaftlich schöne Buchenbewaldung.

Seebad Ückeritz – Das Ziel ist erreicht

Ückeritz ist ein Seebad, welches bereits früh besiedelt wurde und am attraktiven Achterwasser auf der einen Seite, auf der anderen Seite an der Ostsee gelegen ist. Für den Besucher sind folgende Dinge attraktiv: Der Strand mit Flachuferzonen und Steilküste; Camping-„City“ direkt am Strand mit Einkaufsmeile, Kino, Cafés und Restaurants. Der historische Ortskern mit Fischerkaten am Achterwasser. Der Hafen Ückeritz mit Surfschule. Der Yachthafen und Naturcampingplatz Stagnieß.
Das Waldkabinett, Waldlehrpfad und Usedomer Findlingsgarten am Forstamt Neu Pudagla. Das Naturschutzgebiet Wockninsee (1967 eingerichtet) mit entsprechendem Naturlehrpfad.

Auch die Wälder auf Usedom können sich sehen lassen

Auch die Wälder auf Usedom können sich sehen lassen

Wandern auf Usedom: Tipp zur Route

Wem die 15 km von Trassenheide nach Ückeritz bereits ausreichen, der kann sich bequem in die UBB – Bahn setzen und jene Strecke wieder zurück fahren.

Informationen Wanderung Trassenheide – Ückeritz

  • Wandern auf Usedom
  • Wanderweg Trassenheide – Ückeritz
  • Start Trassenheide / oder Ückeritz
  • Streckencharakter: Rundweg
  • Streckenlänge 15 km eine Strecke / Rundweg 30km
  • Dauer Je nach Kondition ca. +6 Stunden
  • Schwierigkeitsstufe Mittelschwer
  • Turnschuhe genügen, nicht zwingend dicke Wanderschuhe erforderlich
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