Als ich zuletzt auf dem Fressnet-Blog vorbeischaute, musste ich schmunzeln, denn dort wurde über Hühnerhaltung in der Wohnung berichtet.
Ja, mittlerweile gibt es (bisher hauptsächlich) in den USA tatsächlich den Trend, Hühner in der eigenen Wohnung zu halten – quasi als Haus- und Nutztier.
Das ist ja auch ganz praktisch: Man kriegt recht regelmäßig frische Eier und falls man auf Geflügelfleisch steht, kann man sich bei Bedarf auch mal (s)ein Hühnchen rupfen und hat garantiert frisches Geflügelfleisch auf dem Tisch.
Doch leider gibt es wohl auch Schattenseiten bei der Hühnerhaltung in der eigenen Wohnung: Wo bringt man die Hühner in der eigenen Wohnung unter und mit wie vielen Hühnern wird man überhaupt dem Umstand gerecht, dass Hühner Herdentiere sind? Was füttert man und wie oft? Wie geht man mit dem von den Hühnern verursachten Dreck und Gestank um? Und wie wird es wohl der Nachbar finden, wenn permanent Hühner-Gegacker zu hören ist? Fragen über Fragen.
Kein Wunder, dass der Trend zur Hühnerhaltung in der eigenen Wohnung sich bei uns noch nicht durchgesetzt hat.
Ähnliche Fragen würden sich wohl auch bei einem möglicherweise noch auftretenden Trend hin zur Haltung von Schweinen, Schafen, Kühen etc. stellen.






Wobei man noch darauf hinweisen sollte, dass ursprünglich, also bei “Was wir Essen”, das Wohnungshuhn ganz im Ernst diskutiert worden ist, und gar nicht in der Rubrik “Sartire”
Echt erstaunlich, worüber manche Leute sich so ihren Kopf zerbrechen…
Das ist doch keine neue Mode!
Noch nie von Stubenküken gehört?
“Stubenküken war früher die Bezeichnung für Küken, die in kleinen Holzbehältnissen in der Küche oder Stube aufgezogen wurden. Solche Stubenkükenkäfige hatten meistens pyramidenförmig mehrere Etagen übereinander und standen in der Nähe des Kachelofens. In den untersten waren die älteren, in den obersten und kleineren Abteilen, die jüngsten. Das machte insofern Sinn, als diese Haltungsform der Wärmeverteilung Rechnung getragen wird. Denn warme Luft steigt bekanntlich nach oben. In diesen Behältnissen verbrachten die Küken ihr ganzes, etwa 6 Wochen dauerndes Leben. Denn schon damals war bekannt, dass Bewegungseinschränkung und eiweißreiches Futter die Gewichtszunahme fördert. Aus diesem Grunde wurde den Stubenküken Buchweizenmehl, vermischt mit sauerer Milch verfüttert. Mit einem Gewicht von einem knappen Pfund galten die Stubenküken schlachtfähig und waren als Delikatessen überall begehrt. Vitaminmangel brachte auch in der alten Zeit schon Gelenkdeformationen und Standschwierigkeiten. Stubenküken waren also nichts anderes als die frühe Form der heutigen Mastbroiler mit ähnlicher Haltung.”
Ich vermute mal einem “Stubenhuhn” von heute ergeht es besser … bekleidet mit einer Diaper/Windel.
Oha, vielen Dank für die Erläuterungen. An Stubenküken hatte ich tatsächlich nicht gedacht. Ich hatte vielmehr das Bild eines ausgewachsenen Huhnes in der Wohnung vor Augen. Die Stubenküken-Haltung klingt ja abartig und erinnert mich an die tierschutzwidrige Käfighaltung von Legehennen. Heute ist Stubenkükenhaltung hoffentlich out. Ich könnte jedenfalls nicht damit leben, solche unschuldigen kleinen Lebewesen in ihrer Art Todeszelle zu mästen, um sie dann zu töten.
Bei den ganzen Skandalen weis man irgendwann auch nicht mehr was man noch Essen darf und was nicht. Am besten wäre es Vegetarier zu werden, das würde den Tieren auch nicht schaden.
Ja das stimmt wohl. Ein Zwischenweg ist aber auch nicht schlecht. Einfach mal bewusster Fleisch essen, lieber TOP-Qualität kaufen und dafür einige Euro mehr ausgeben.
Vor allem nicht jeden Tag Fleisch essen.